Getragen

Ich trug dich am Anfang in meinem Körper

Und nirgendwo warst du mir näher als dort,

Und unser Band wurde immer stärker.

Und dann warst du da - und warst plötzlich fort.


Und dann trug ich dich auf meinen Händen,

hielt dich behutsam erst, dann mit mehr Mut.

Ich lernte, dir meine Gedanken zu senden,

Und las deine Wünsche, und so war es gut.

Später dann trug ich dich auf meinem Rücken,

und hatte dich überall ständig dabei,

und unsere Gedanken bauten sich Brücken,

und wir waren unzertrennlich, wir zwei.


Und jetzt trage ich dich in meinen Gedanken,

zum Tragen bist du mir schon lange zu groß.

Doch unser Vertrauen gerät nie ins Wanken:

Ich liebe dich, doch lasse ich dich los.


(Margarete Schebesch)